Die Anforderungen an moderne Produktionsanlagen steigen kontinuierlich. Insbesondere in der Lebensmittelindustrie sind hohe Taktzahlen, präzise Bewegungsabläufe und eine stabile Prozessführung entscheidend. Vor diesem Hintergrund gewinnt CC-Link IE TSN als Kommunikationstechnologie für die industrielle Automatisierung zunehmend an Bedeutung. Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, wie sich damit leistungsfähige Motionsteuerung und eine vereinfachte Systemarchitektur kombinieren lassen.
Echtzeitsteuerungs- als Diagnosedaten über dasselbe Netzwerk übertragen
Für die Entwicklung seiner Schneidemaschinen setzt KFT Food Machinery auf eine leistungsfähige und gleichzeitig robuste Automatisierungslösung. Die Anlagen arbeiten mit mehreren unabhängig gesteuerten Servoachsen und erreichen hohe Schnittfrequenzen. Damit diese Prozesse zuverlässig ablaufen, ist eine deterministische und schnelle Kommunikation zwischen den Komponenten erforderlich. Durch die Integration der offenen industriellen Ethernet-Technologie der CC-Link Partner Association konnte eine durchgängige Echtzeitkommunikation realisiert werden. Die Technologie ermöglicht die präzise Synchronisation mehrerer Achsen und stellt gleichzeitig sicher, dass auch Diagnosedaten parallel übertragen werden können.
„Die Integration eines Servo- und Motionsystems, das von CC-Link IE TSN unterstützt wird, war die definitive Lösung für unsere Anforderungen“, beschreibt Marti Clos, CEO bei KFT. „Dank der Gigabit-Bandbreite und der durch Time-Sensitive Networking ermöglichten konvergenten Netzwerkarchitektur bietet dieses Protokoll eine hohe Übertragungsgeschwindigkeit, deterministische Synchronisation über alle Achsen hinweg und die Möglichkeit, sowohl Echtzeitsteuerungs- als auch Diagnosedaten über dasselbe Netzwerk zu übertragen.“
Vereinfachte Architektur durch CC-Link IE TSN
Neben der Leistungsfähigkeit spielte auch die Systemarchitektur eine zentrale Rolle. In komplexen Maschinenumgebungen führt eine Vielzahl unterschiedlicher Kommunikationssysteme häufig zu erhöhtem Integrationsaufwand und längeren Inbetriebnahmezeiten. Mit CC-Link IE TSN wurde eine einheitliche Netzwerkstruktur umgesetzt, die unterschiedliche Funktionen zusammenführt. Neben der Bewegungssteuerung lassen sich auch Ein- und Ausgänge sowie weitere Peripheriesysteme integrieren. Dies reduziert die Komplexität der Verkabelung und vereinfacht die Systemintegration deutlich.
„Dadurch können wir die Kommunikationsstruktur vereinfachen und die Komplexität und Einrichtungszeit reduzieren“, erklärt Marti. „Wir verfügen nun über eine zukunftssichere Grundlage, die die Skalierung von Maschinen und die Expansion in neue Bereiche wie Pneumatik- und Sicherheitssteuerungen unterstützt.“
Leistungssteigerung und höhere Prozesssicherheit
Die konsistente Hochgeschwindigkeitskommunikation wirkt sich unmittelbar auf die Maschinenperformance aus. Gleichmäßige Datenübertragung und präzise Synchronisation sorgen für stabile Schneidprozesse, auch bei hohen Geschwindigkeiten. Dies führt zu einer verbesserten Produktqualität und reduziert gleichzeitig das Risiko von Produktionsabweichungen oder Ausfällen. Darüber hinaus profitieren Betreiber von einer höheren Anlagenverfügbarkeit und einer insgesamt zuverlässigeren Produktion. Auch in der Entwicklung ergeben sich Vorteile: Standardisierte Motion-Programme und wiederverwendbare Parameter verkürzen die Engineering-Zeiten und erhöhen die Konsistenz zwischen verschiedenen Maschinenkonfigurationen.
CC-Link IE TSN als Grundlage für zukünftige Maschinenkonzepte
Mit der erfolgreichen Integration hat sich CC-Link IE TSN als fester Bestandteil der Maschinenarchitektur etabliert. Künftige Entwicklungen sollen auf dieser Basis aufbauen und weitere Funktionen in die einheitliche Kommunikationsstruktur integrieren. „CC-Link IE TSN bietet die Leistung, Robustheit und Flexibilität, die wir benötigen“, freut sich Marti. „Es hat uns geholfen, die Leistungsfähigkeit unserer Maschinen zu steigern, und es ist einfach zu implementieren und zu erweitern.“
Auch aus Sicht der Technologieanbieter bestätigt sich dieser Ansatz: „Es ist fantastisch zu sehen, wie Unternehmen wie KFT durch den Einsatz von CC-Link IE TSN die Maschinenleistung steigern“, ergänzt John Browett, General Manager der CC-Link Partner Association - Europe. „Die Tatsache, dass immer mehr Maschinenbauer die Vorteile offener, schneller industrieller Netzwerke nutzen, bestätigt, wie wertvoll diese Technologie für die Automatisierungsherausforderungen von heute und morgen ist.“
Fazit: CC-Link IE TSN für Echtzeitkommunikation und reduzierte Systemkomplexität
Der Einsatz von CC-Link IE TSN zeigt, wie sich hohe Präzision, Echtzeitkommunikation und reduzierte Systemkomplexität in modernen Maschinenkonzepten verbinden lassen. Für Anwendungen mit hohen Anforderungen an Synchronisation und Performance bietet die Technologie eine belastbare Grundlage für skalierbare und zukunftsfähige Automatisierungslösungen.
Autoren
Marti Clos, CEO bei KFT
John Browett, General Manager bei CC-Link Partner Association - Europe