BVE-Konjunkturreport Ernährungsindustrie 03/26
Lebensmittelindustrie verzeichnet zum Jahresende moderates Umsatzwachstum
Dienstag, 17. März 2026
| Redaktion
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Entwicklung von Umsatz und Export der deutschen Lebensmittelindustrie im Dezember 2025
Entwicklung von Umsatz und Export der deutschen Lebensmittelindustrie im Dezember 2025, Bild: BVE

Die deutsche Lebensmittelindustrie konnte im Dezember 2025 ihre Umsätze steigern. Laut Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) legten die Erlöse preisbereinigt gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,4 Prozent zu. Auch im Auslandsgeschäft zeigte sich eine positive Entwicklung: Dort erhöhte sich der reale Umsatz um 3,9 Prozent. Insgesamt erzielten die Hersteller von Lebensmitteln einen nominalen Gesamtumsatz von 19,7 Milliarden Euro, was einem Plus von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Der Inlandsmarkt entwickelte sich ebenfalls positiv. Die Erlöse im Inland beliefen sich auf 12,9 Milliarden Euro und lagen damit nominal 3,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Im Auslandsgeschäft wurden 6,8 Milliarden Euro umgesetzt. Trotz des gestiegenen realen Absatzes sank der nominale Exportumsatz um 2,9 Prozent, was auf rückläufige Ausfuhrpreise zurückzuführen ist. Während die Exportpreise um ein Prozent nachgaben, verringerten sich die Inlandspreise lediglich geringfügig um 0,1 Prozent. Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex der Branche ging im Vergleich zum Vorjahresmonat nur leicht zurück. Mit einem Minus von 0,2 Prozent blieb die real produzierte Gütermenge nahezu stabil.

Lebensmittelindustrie stark abhängig von Rohstoffpreisen

Für die Lebensmittelindustrie gehören Agrarrohstoffe und Energie zu den wichtigsten Kostenfaktoren. Veränderungen der Preise wirken sich häufig zeitverzögert entlang der gesamten Wertschöpfungskette aus und beeinflussen damit auch die Verkaufspreise der Hersteller. Der FAO Food Price Index stieg im Februar auf 125,3 Punkte und lag damit 1,2 Prozent über dem Vormonatswert. Drei der fünf Teilbereiche verzeichneten Zuwächse. Besonders deutlich erhöhten sich die Preise für pflanzliche Öle mit 3,3 Prozent. Auch Fleisch verteuerte sich um zwei Prozent, während Getreide um 1,1 Prozent zulegte. Rückgänge gab es dagegen bei Zucker um minus 4,1 Prozent sowie bei Milchprodukten um minus zwei Prozent.

Landwirtschaftliche Erzeugerpreise weiter unter Vorjahresniveau

Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte lagen im Dezember 1,6 Prozent unter dem Niveau des Vormonats und 8,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Trotz dieser Entwicklung befinden sich die Preise weiterhin deutlich über dem Vorkrisenniveau von Anfang 2020 und liegen rund 25 Prozent darüber. Bei pflanzlichen Erzeugnissen stiegen die Preise im Monatsvergleich um 1,2 Prozent, lagen jedoch im Jahresvergleich 11,5 Prozent unter dem Vorjahr. Deutliche Unterschiede zeigten sich zwischen einzelnen Produkten. So lag der Preisindex für Eissalat 11,1 Prozent über dem Vorjahresniveau, während der Index für Speisekartoffeln 48 Prozent darunter lag. Bei Produkten tierischer Herkunft gingen die Preise im Monatsvergleich um drei Prozent zurück und lagen im Jahresvergleich 6,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Auffällig ist jedoch die Entwicklung bei Rindfleisch: Hier stieg der Preisindex um 27,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dagegen sank der Preisindex für Schweine um 16,1 Prozent.

Geschäftsklima in der Lebensmittelindustrie leicht verbessert

Ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Stimmung der Branche ist der Ifo-Geschäftsklimaindex. Im Februar stieg der Wert leicht an. Der Saldo verbesserte sich um 4,5 Punkte auf 91,5 Punkte. Damit bleibt das Geschäftsklima weiterhin unter der neutralen Marke von 100 Punkten. Auch die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage entwickelte sich positiver. Der entsprechende Index erhöhte sich um 2,2 Punkte auf 88,3 Punkte. Gleichzeitig verbesserten sich die Erwartungen für die kommenden sechs Monate. Der Erwartungssaldo stieg auf 94,6 Punkte. Trotz dieser Entwicklung überwiegt weiterhin Skepsis in der Branche. Nur 20,8 Prozent der 100 befragten Unternehmen rechnen mit einer Verbesserung der Geschäftslage, während 32,1 Prozent eine Verschlechterung erwarten.

Lebensmittelindustrie: Verbraucherpreise und Konsumklima

Die Entwicklung der Verbraucherstimmung bleibt ein wichtiger Faktor für die Nachfrage nach Lebensmitteln. Das GfK-Konsumklima verbesserte sich im Februar leicht und stieg von minus 26,9 auf minus 24,2 Punkte. Für März wird jedoch erneut ein leichter Rückgang auf minus 24,7 Punkte erwartet. Im Januar 2026 erhöhten sich die allgemeinen Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozent. Deutlich stärker stiegen die Preise für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke mit 0,9 Prozent. Im Jahresvergleich lagen die Lebensmittelpreise 2,6 Prozent über dem Vorjahreswert, während die allgemeinen Verbraucherpreise um 2,1 Prozent zunahmen.

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