Gea schließt Vipoll-Akquisition ab und ergänzt damit Portfolio um Flaschen- und Dosenabfüllung

Abfüllen ist Schlüsseltechnologie

Vipolls All-in-One-Monoblock-Filler

Mit dem Abschluss der Akquisition des slowenischen Maschinenbauers Vipoll im Januar 2018 stärkt Gea seine Marktposition als Komplettanbieter für die Getränkeindustrie. Vipoll entwickelt und produziert Abfülltechnologien für Softgetränke, Bier und Milchprodukte. Nun kann Gea auch Getränke, die keiner sterilen Verarbeitung bedürfen, in Glas- und PET-Flaschen sowie Dosen abfüllen. Das Unternehmen ist bereits heute Innovationsführer für Blas- und Füllverfahren im Segment aseptische Getränke, speziell für PET- und HDPE-Flaschen (LMV-online.de berichtete).

Vipoll liefert hauptsächlich Abfüllmaschinen und Komponenten für die Getränkeverarbeitung, darunter Pasteure, Mixer und Karbonisierungsanlagen, Verschließsysteme, Förder-, Flaschenreinigungs- und CIP-Technik. Zudem planen und bauen die Ingenieure komplette Linien für die Getränkeabfertigung, die Vipoll zumeist an Brauereien, Keltereien und Softdrinkspezialisten in der DACH-Region sowie in Slowenien vertreibt. Die Strategie als flexibler Maschinen- und Prozessintegrator gibt Kunden die Möglichkeit, ihre Abfüllanlagen gemäß technischen und kommerziellen Marktanforderungen optimal zusammenzustellen.

Kontinuierliche Bier- und Softgetränkeproduktion

Paddy Kenna, Head of Application Center Beverage bei Gea: „Wir freuen uns, durch Vipoll einen Spezialisten für die Glas- und Dosenabfüllung in unsere Konzernfamilie aufzunehmen, der mit geringen und mittleren Verarbeitungsgeschwindigkeiten genau zu den Anforderungen unserer Kunden passt. Insbesondere Brauereien, wo die Nachfrage für Glasflaschen traditionell am höchsten ist, können davon profitieren, dass wir nun ihre gesamte Herstellung vom Brauen bis zum Abfüllen und Lagern begleiten. Das ist eine ideale Ergänzung für unser Konzept Brewery 4.0.“ Im Sinne weltweiter Klimaschutzziele werden Glas und Dosen in Zukunft sogar noch bedeutsamer. Wiederbefüllbare Flaschen seien ein Grundpfeiler von Mehrwegstrategien, Dosen seien Teil von Recyclingkreisläufen. Beides könne helfen, CO2-Emissionen zu senken, so Kenna. Deshalb investiere Gea konsequent in die Abfüllexpertise.

Für Gea zählt das Abfüllen zu den Schlüsseltechnologien der Getränkeindustrie, die im wettbewerbsintensiven Markt um mehr Flexibilität und Effizienzgewinne ringt. „Zunehmend stellen Kunden die konventionelle Chargen- auf eine kontinuierliche Produktion um, was wir als Prozessplaner berücksichtigen müssen“, erklärt Kenna. „Als Technologieführer hat Gea den Anspruch, Marktentwicklungen zu gestalten, statt nur zu reagieren. Gemeinsam mit Vipoll können wir unseren Kunden nun den Mehrwert von hochflexiblen, multifunktionalen Getränkelinien geben, die schnell zwischen Flaschen-, Dosen- und PET-Abfüllung wechseln können.“ Vipoll hatte dazu auf der Drinktec 2017 den neuen All-in-one-Monoblock-Filler (Glas/PET/Dose) präsentiert, der sich dank des flexiblen Füll- und Verschließkopfs auf die verschiedenen Behältnisse in kürzester Zeit umstellen lässt. Das Patentverfahren läuft derzeit.

Vipoll mit Gea auf Wachstumskurs

Auch Stanko Zver, Managing Director von Vipoll, erwartet durch die Akquisition starke Impulse für das Geschäft: „Wir passen perfekt in die Angebotspalette von Gea und ergänzen die Abfüllexpertise für wichtige Kundengruppen. Zudem teilen wir die konsequente Kundenorientierung und den Ehrgeiz, technologisch führende Lösungen für die Getränkeindustrie zu entwickeln. Mit dem großen Vertriebs- und Servicenetzwerk von Gea können wir auch in Regionen vorstoßen, in denen wir bisher nicht oder nur wenig aktiv waren.“

1991 gegründet, beschäftigt Vipoll heute mehr als 100 Mitarbeiter in Križevci pri Ljutomeru nahe der Universitätsstadt Maribor im Nordosten Sloweniens. Das vormals familiengeführte Unternehmen erwirtschaftete 2016 zirka 20 Millionen Euro Umsatz. Um die Nachfrage auch in Zukunft bedienen zu können, wird die Produktion am Standort im Laufe des Jahres 2018 erweitert.